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Puchheim: Asyl-Demo für leichteren Zugang zur Arbeit

Erschienen am 8. Oktober 2018 in Allgemein

Rhythmische Trommelklänge und schrille Pfiffe in der Brucker Innenstadt: An die 400 Menschen demonstrierten am Sonntagnachmittag für umfassende Arbeitserlaubnisse für Flüchtlinge. Vertreter der Parteien mit Ausnahme von CSU und FDP kritisierten Staatsregierung und Landratsamt.

Die Pfadfinder aus Puchheim waren auch dabei.

Fürstenfeldbruck– Auf einem Plakat war ein Bett mit rot durchgestrichenem weiß-blauen Bettzeug zu sehen: Die Leute nicht rumhängen, sondern arbeiten lassen, sollte die Botschaft sein. „Arbeit statt Depression“ hatte Chukwedi (28) auf sein Transparent pinseln lassen. Der Nigerianer durfte ein Jahr in Gröbenzell als Auto-Lackierer lernen, mehr als diese „Einstiegsqualifikation“ wurde ihm nicht genehmigt. Aber auch Werbung in eigener Sache wurde präsentiert: „Gut, dass es Asylhelfer gibt,“ lautete eine Plakat-Aufschrift.

Unter den Teilnehmern sah man natürlich viele Asylhelfer, eine Gruppe der Puchheimer Pfadfinder, nicht allzuviele Politiker und mit Gröbenzells Martin Schäfer nur einen Bürgermeister: „Jeder, der arbeiten will und nicht darf, ist einer zuviel,“ meinte der Rathaus-Chef.

Trotz des geräuschvollen Zugs durch die Stadt standen die wenigsten Anwohner an den Fenstern oder in den Gärten. Ein Nachbar in der Jakob-Groß-Straße kam immerhin zum Zuschauen raus: „Ich find’s gut,“ meinte er. „Es geht darum, dass die Leute eine Perspektive haben und nicht nur zwischengeparkt werden.“ Ähnlich sah es ein älteres Ehepaar aus Puchheim, das – nicht mehr so gut zu Fuß – den Weg vom Volksfestplatz zum Landratsamt mit dem Auto abgekürzt hatte. Es sei schon gut, dass mal demonstriert werde. Der Staat spare Geld und die Menschen würden integriert, wenn sie arbeiten dürften. „Das sind eh so arme Leut.“

Auf dem Parkplatz der Kreisbehörde kamen dann mehrere der Betroffenen zu Wort. „Ich schäme mich. Ich gehe zum Landratsamt jeden Monat für Taschengeld. Ich bin ein Mensch,“ sagte Ali aus Pakistan. Priscilla aus Nigeria erzählte, dass sie und ihr Mann schon gearbeitet und Steuern gezahlt hätten, jetzt aber zum Nichtstun verurteilt seien. „Wir machen doch alles, was man von uns verlangt, wir sind anständig und ehrlich,“ meinte sie.

„Viel zu wenige“ Demonstranten hatte Martin Runge (Grüne) gesehen. Eigentlich müssten 4000 statt 400 Menschen gegen die „unsägliche“ Behandlung von Menschen auf die Straße gehen. Mit ihrer Politik schade die Staatsregierung im Grunde auch Bayern als Wirtschaftsstandort. Wir Runge kritisierte auch Peter Falk (SPD) die Handhabung mit Arbeitserlaubnissen speziell im Landkreis: Wer als Flüchtling in Lochhausen wohne, tue sich viel leichter als der in der Nachbargemeinde Gröbenzell. Zu Wort kamen auch Freie Wähler und Vertreter exotischer Parteien wie MUT oder den Veganern von V-Partei. Fast mehr Pfiffe als der abwesende Landrat, der laut Hans Sautmann vom Eichenauer Asylhelferkreis ausdrücklich nicht eingeladen war, erntete aber die Kandidatin der Linken. Die nutzte ihren Auftritt auch für reine Wahlwerbung: „Die Linke muss in den Landtag. Ich stehe auf Listenplatz 13.“

Olf Paschen

Quelle: Münchner Merkur

Bericht Winterlager Gröbenzell 2018

Erschienen am 26. Februar 2018 in 2018

Auch in diesem Jahr haben sich wieder 9 mutige Pfadfinder aus Gröbenzell zusammengefunden, um sich dem Abendteuer „Winterlager“ zu stellen. Die Runde der Winterfreunde, welche normal hauptsächlich aus Leitern besteht, freute sich dieses Jahr auch vier Mädchen und Jungen aus der Pfadfinder-Stufe begrüßen zu dürfen. Los ging das Spektakel um 18:30 Uhr am Gröbenzeller Pfarrheim, von wo aus die Gruppe mit zwei Autos in Richtung Neuschönau im bayrischen Wald aufbrach. Der erste Abend startete recht chaotisch, da durch Dunkelheit und Schnee der richtige Weg zunächst nicht gefunden wurde. Nach einer 40-minütigen Irrwanderung durch die bayrische Wildnis kam die Kleingruppe endlich an ihrem Bestimmungsort an und konnte mit dem Aufbau des Zelts beginnen. Nachdem auch der letzte Hering in der Schneedecke versenkt war konnte man sich schließlich einrichten und sich um ein Feuer kümmern. Bei warmen Tee und exquisiter Tiefkühlkost, wärmten sich die Teilnehmer ein letztes Mal ordentlich auf, um die sternenklare Nacht bei -7 °C zu überstehen. Am nächsten Morgen wurde erst einmal ausgeschlafen und ausgiebig gefrühstückt, bevor es zum Nationalpark Bayrischer Wald ging. Das Highlight im ansässigen Besucherzentrum Hans-Eisenmann-Haus war neben der Ausstellung „Wege in der Natur“ vor allem der Kulturfilmklassiker „Flotterlu“, welcher beim kompletten Publikum für den ein oder anderen Lacher sorgte. Im Anschluss wurde auch das Tierfreigelände besucht, in welchem man Bären, Luchse und noch viele weitere Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten konnte. Nach dem erlebnisreichen Tag wurde der letzte Abend entspannt mit selbst gebackener Pizza aus dem Pizzaofen gefeiert, bevor sich die müde Truppe bei milden -3°C zu Schlafen begab. Der Sonntagvormittag wurde dann komplett für den Abbau genutzt, und nachdem in Gröbenzell die letzten Zeltplanen zum Trocknen aufgehangen waren, konnten sich die erschöpften Teilnehmer endlich auf die wohlverdiente Dusche zuhause freuen. Alles in Allem war es wieder ein erfolgreiches Winterlager und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!