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Beim Nikolaus laufen die Drähte heiß

Erschienen am 22. November 2017 in 2017

Er bringt Geschenke mit, und weiß genau über die Verfehlungen des Nachwuchses bescheid: Am 5. und 6. Dezember stattet der Nikolaus vielen Haushalten wieder einen Besuch ab. Organisiert werden die Visiten von Pfarreien, Pfadfindern oder vom Kolpingswerk – eine logistische Herausforderung.

 

Fürstenfeldbruck  – Der Mann mit dem weißen Rauschebart steht bei den Gröbenzellern hoch im Kurs. „Das Telefon klingelt ununterbrochen“, sagt Carolin van Laack. Ohne Unterlass rufen Mamas und Papas bei der Chefin der Gröbenzeller Pfadfinder an. Sie alle wollen, dass der Nikolaus ihrem Nachwuchs einen Besuch abstattet, wahlweise mit oder ohne Krampus – und am liebsten zwischen 17 und 19 Uhr. „Allein am ersten Abend unserer dreitägigen Telefonaktion haben wir rund 55 Termine vergeben“, sagt van Laack.

Für die 23-Jährige ist es eine logistische Herausforderung. Sechs Teams, bestehend aus Nikolaus, Krampus und einem Fahrer, muss die Studentin an den zwei Nikolausabenden in die Häuser der Gröbenzeller schicken. Wann wird wer besucht? Wie lange darf eine Visite maximal dauern? Wie viele Kinder gilt es zu beschenken? Es sind Fragen wie diese, mit denen sich van Laack seit Tagen beschäftigt. Und natürlich gilt es, eine optimale Route durch die Gröbenbach-Gemeinde zu finden.

Seine Route kennt Otto Bayr mittlerweile auswendig. Der 82-Jährige gibt in Puchheim seit über 30 Jahren den Nikolaus. Selbst ein Schlaganfall vor zehn Jahren hält den Rentner nicht davon ab – seitdem lässt er sich von einem Freund von Familie zu Familie kutschieren. Seine Aufträge bekommt Bayr von der Pfarrei St. Josef. Rund 60 Besuche absolviert der 82-Jährige am 5. und 6. Dezember. „Da muss man sich schon organisieren“, sagt Bayr. Die Geschenke für die Kinder warten in Puchheim bereits vor der Tür, wenn der Nikolaus kommt. Einen prall gefüllten Sack muss Bayr also nicht mit sich herumschleppen.

Das bleibt auch den Nikoläusen in Eichenau – vier an der Zahl – erspart. Doch anders als in Puchheim, wo an den Geschenken auch die Merkzettel der Eltern über die Verfehlungen des Nachwuchses angebracht sind, werfen die Mamas und Papas in der Starzelbachgemeinde die Hinweiszettel bei der Kolpingsfamilie in den Briefkasten. „So können sich die Nikoläuse besser auf ihren Auftritt vorbereiten“, erklärt Carmen Hutter, die die Besuche seit acht Jahren organisiert. Diese gibt es in Eichenau übrigens seit den 60ern. Auch ein Großteil der Kostüme für die Heiligen stammt noch aus dieser Zeit. Begleiter Krampus kommt noch authentischer daher – mit original Eichenauer Hasenfellen.

Auch am Starzelbach lassen sich Nikolaus und Krampus kutschieren. So will es Paragraph 23 der Straßenverkehrsordnung. Demnach dürfen Sicht, Gehör und Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt sein. Das gilt natürlich auch für den prominentesten unter den Eichenauer Nikoläusen – Pfarrer Martin Bickel.

Noch wichtiger dürfte der Nikolaus-Chauffeur in Moorenweis sein. Mit den vielen Ortsteilen wie Hohenzell, Grunertshofen, Römertshofen oder Eismerszell müssen der Heilige und seine Gehilfen einiges an Kilometern abspulen. „Manche Familien schließen sich auch zusammen für den Nikolausbesuch“, erklärt Christa Keckeis aus dem Team des Moorenweiser Pfarrgemeinderats, der die Visiten ganz im Westen des Landkreises organisiert.

Die Planung werde dadurch zwar erleichtert, sagt Christa Keckeis. „Für den Nikolaus ist es allerdings nicht mehr so einfach, wenn er gleich von mehreren Kindern umringt wird.“ Aber da muss der heilige Mann nun mal durch. 

Tobias Gehre

Sie organisieren Nikolaus-Besuche: 

Germering: Leo Club Telefon (01 76) 65 51 92 12 

Puchheim: Pfarrei St. Josef Telefon (089) 8 00 60 40 

Gröbenzell: Pfadfinderstamm Telefon (0 81 42) 59 65 16 

Eichenau: Kolpingsfamilie, Telefon (0 81 41) 8 21 55 

Fürstenfeldbruck und Emmering: Erlöserkirche, E-Mail: bob.saeger@elkb.de 

Moorenweis: Eltern können sich im Haus für Kinder, Ulrichstraße 1, eintragen 

Maisach und Umgebung: Ernst Feistel, Tel. (0 81 41) 2 28 52 39

(Anmerkung der Redaktion: diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann erweitert werden)

Quelle

Ein Puchheimer in der Bundesleitung – Interview mit Mattias Metz

Erschienen am 16. Oktober 2017 in Allgemein

Im Februar wurde Mattias Metz während der Bundesfachkonferenz zum Referent des Bundesfacharbeitskreises Internationale Gerechtigkeit berufen. Mattias Metz ist seit Anfang der 1990er bei uns bei den Pfadfindern Puchheim. Von 2007 bis 2013 war er sogar Stavo (Stammesvorstand). 2014 hat er am Bolivien-Austausch unseres Bezirks teilgenommen und reiste mit einer Delegation von München zu unserem Partner-Bezirk in Potosí. Obwohl er, der Liebe wegen, seit einigen Jahren in Nürnberg wohnt, hat er seit 2013 für uns das Amt des Kassenwarts übernommen. Wir haben ihm nun ein paar Fragen zu seinem neuen Amt gestellt:

Mattias Metz und Boris Banane

Lieber Metz,

herzlichen Glückwunsch zur Berufung als Referent des Bundesfacharbeitskreises Internationale Gerechtigkeit (BAKIG). Was macht denn euer Arbeitskreis genau?

Danke. Als BAKIG sind wir erst einmal Ansprechpartner für alle Themen rund um Entwicklungsarbeit und -politik, fairen Handel und die Partnerschaften mit Bolivien und Ruanda.
 Diese Themen versuchen wir den dpsg-Mitgliedern nahe zu bringen. Dazu nutzen wir unterschiedliche Wege. Traditionell sind wir z.B. an Pfingsten in Westernohe dabei, in der „mittendrin“ findet ihr normalerweise zwei Seiten pro Thema. Zusätzlich halten wir den Kontakt mit dem BDKJ und vertreten die dpsg in der Mitgliederversammlung von Transfair. Außerdem vernetzen wir die Diözesen und den Bezirk Würm-Amper im Boliviennetzwerk.

Nachdem wir, und auch die Referenten in den Diözesen, aber vor allem das Thema Gerechtigkeit groß schreiben, haben wir uns in letzter Zeit auch bei den Themen Flüchtlinge und Rechtspopulismus eingebracht.

 

Was bedeutet Berufung und hast du dich bereits davor für dieses Thema engagiert?

Berufung bedeutet rein formell dass der Bundesvorstand mir die Verantwortung für den Bundesarbeitskreis überträgt. Praktisch heißt das, dass ich mich mit so spaßigen Sachen wie dem Haushalt des Arbeitskreises beschäftige, die Aufgaben des Arbeitskreises im Blick habe. Dazu bin ich durch das Amt Teil der Bundesleitung wo wir dann z.B. Anträge für die Bundesversammlung vorbereiten. Im Arbeitskreis bin ich seit 2014.

 

Für wie lange gilt die Berufung?

Wie bei den meisten Ämtern in der dpsg drei Jahre.

 

Bundesarbeitskreis: wie viele seid ihr da so und wo kommen die anderen her?

Wir sind zurzeit sieben und kommen von München bis Münster, von Köln bis Erfurt. Besonders gut finde ich es, dass wir inzwischen auch wieder ein paar jüngere Leute haben, von denen einige auch noch aktiv leiten – das sorgt für eine engere Anbindung an die Basis. 
(Weil, wollen wir doch mal ehrlich sein, aus der aktiven Stammesarbeit in Puchheim bin ich schon ein bisschen raus 😉 )

 

Du musst jetzt bestimmt viel durch die Republik fahren. Trefft ihr euch immer am selben Ort und wie oft musst du da zu Terminen verreisen?

Die Arbeitskreistreffen versuchen wir so zu legen, dass alle möglichst ähnliche Fahrzeiten haben. Also sind wir oft in der Mitte Deutschlands oder aber wir besuchen uns gegenseitig in unseren Heimatstädten. Treffen der Bundesleitung oder mit den anderen (Fach-) Arbeitskreisen finden natürlich häufig in Westernohe statt.
Wie oft ich für die dpsg unterwegs bin? Laut meinem Kalender 2017 an 17 Wochenenden. Wobei es durchaus möglich wäre noch mehr zu machen (und ich grade feststelle, dass ich kaum in Puchheim bin).

 

Wie kannst du das mit deinem normalen Job vereinen?

Nachdem ich ja seit 5 Jahren im Jugendverbands /-ring-Kontext arbeite, ist da ein gewisses Verständnis vorhanden.
 Aber auch andere schaffen es. Wir tagen ja meistens am Wochenende, da setzt man sich halt Freitag in den Zug, ist dann zu einem späten Abendessen da und kommt Sonntag wieder heim.
Und zwischen den Treffen wird halt auf alle Möglichkeiten dieser modernen Welt zurückgegriffen: Telefon, Mail usw.

 

Wie bekommen wir Puchheimer Pfadis, also quasi die Basis, etwas von eurer Arbeit mit?

Nun, als erstes könntet ihr nächstes Jahr natürlich zum Leuchtfeuer (Leiter-Bundes-Treffen) kommen oder an Pfingsten in Westernohe vorbei schauen. Da wird es sicher Angebote von uns geben.
Außerdem könnt ihr über die „mittendrin“ mitbekommen, was uns gerade so beschäftigt. Zusätzlich gibt es natürlich unsere Kampagne Fairtrade-Scouts, welche wir mit Unterstützung und in Zusammenarbeit mit Transfair und misereor durchführen. Daraus ist auch die BananenBox entstanden, die im Gruppenraum liegen sollte.
 Als Bundesarbeitskreis können wir natürlich immer nur Angebote machen, wissend, dass wir damit immer nur einen Teil des Verbands erreichen können. 
Wenn euch aber ein Thema auf den Nägeln brennt, könnt ihr euch natürlich gerne melden. Aber auch die Leute aus dem Diözesanarbeitskreis sind sehr fit.

 

Was sind deine Ziele oder Wünsche für deine Arbeit im Bundesarbeitskreis?

Nachdem wir die letzten Jahre einiges an Personalfluktuation hatten wünsche ich mir als Erstes, dass wir in der Runde noch lange weitermachen. Danach wünsche ich mir, dass viele Stämme unser Angebot wahrnehmen sich über die FairTrade-Scouts mit dem Thema fairer Handel zu beschäftigen. Für 2018/2019 haben wir uns vorgenommen, dass die Ruandapartnerschaft wiederbelebt wird und Bolivien soll natürlich weiter gut laufen. Außerdem arbeiten wir daran, mehr stufenspezifische Methoden zu entwickeln, damit es Leiter/innen leichter fällt unsere Themen in den Gruppenstunden zu bearbeiten.

 

Viel Erfolg und Freude in deinem neuen Amt! Wir Puchheimer Pfadis können stolz sein, dass sich einer von uns bis auf die Bundesebene hinauf engagiert!

Danke.

 

Und wenn ihr mal Fragen habt – meldet euch einfach direkt.

Bolivienreise 2017

Erschienen am 12. Oktober 2017 in 2017

Nach 3 Jahren Warten ging es wieder los- Vom 12.08.17 – 11.09.17 erlebten 8 Pfadfinder des Bezirks eine unglaubliche Zeit in Bolivien!

Zur VorBolivien_Logo_Aufnäherbereitung auf die Reise nutzten wir nicht nur den Spanisch-Crashkurs, sondern fuhren auch gemeinsam auf ein Wochenende zum besseren Kennenlernen sowie zur Einführung in die bolivianische Kultur und deren Traditionen.

Bestens gewappnet startete die Delegation am Münchner Flughafen mit Reiseziel Santa Cruz im Tiefland Boliviens. Dort verbrachten wir einen entspannten und interessanten Tag zum Sightseeing in Begleitung der dortigen Pfadfinder. Über Nacht ging es gleich weiter nach Cochabamba in das National Centre der ASB, in dem wir neben der Stadterkundung und dem anstrengenden Aufstieg zur großen Jesus-Statue auch das Vergnügen hatten den Bundesvorstand kennenzulernen. Als nächstes fuhren wir nach Sucre, die tatsächliche Hauptstadt Boliviens. Den Namen „weiße Stadt“ hat sie nicht ohne Grund und ist durch die ganzen kolonialen weißen Gebäude eine unglaublich schöne Stadt mit interessanten Sehenswürdigkeiten.

Anschließend begaben wir uns auf den Weg zu unserem absoluten Highlight- nach Potosi. Dort wurden wir herzlichst empfangen und konnten den ersten Tag gleich in vollen Zügen genießen, da wir kaum Probleme mit der Höhe hatten (4.000 m). Zum Einstieg fand ein Bezirksnachmittag statt, in dem wir schon sehr viele Pfadfinder kennenlernen konnten. An kulturellen Angeboten mangelt es in Potosi nicht, weswegen wir einige Museen besucht haben. Ebenso erlebten wir eine imposante Tour in die Silberminen des Bergs Potosi. Die Obrigkeiten des Rathauses hatten auch ein großes Interesse die deutschen Gäste kennenzulernen und zuletzt erhielten wir sogar Urkunden als Ehrenbürger Potosi´s. Den Kontakt zu Kindern erhielten wir nicht nur während Aktionen mit den Stämmen/ Bezirk, sondern bekamen auch die Möglichkeiten in Schulen am Unterricht teilzunehmen und mit den Kindern in der Pause zu spielen. Außerdem besuchten wir ein Waisenhaus, in dem wir einen guten Eindruck von deren Leben bekamen. Abends fanden die Stammesabende der fünf Stämme des Bezirks statt, die allesamt großartig waren. Reichlich typisches Essen und Trinken, wunderschöne Tänze von klein bis groß und wahnsinnig tolle Leute bleiben in sehr guter Erinnerung. Zum Entspannen fuhren wir zu natürlichen Quellen, in denen wir im warmen und mineralhaltigen Wasser ein bisschen zur Ruhe kommen konnten. Ein grandioses Erlebnis war das zweitägige Stadtfest „Chutillos“, in dem wir nicht nur den wunderschönen und prunkvollen Tänzern zusehen durften, sondern auch selbst Teil der Parade sein durften, indem wir mit Flöten bewaffnet in traditioneller Kleidung mitlaufen konnten- das war der Hammer! Der Ausflug in die Salar de Uyuni, die größte Salzwüste der Welt, war definitiv ein Highlight dieser Reise, denn die Kulisse und die Landschaften waren atemberaubend schön. Zum Abschluss der Zeit in Potosi organisierten wir einen deutschen Abend, an dem wir uns bei allen Leuten bedanken konnten, indem wir ein 3-Gänge-Menü auftischten und durch deutsche Tänze unsere Kultur näher bringen konnten. Zum Abschied flossen beim ein oder anderen die Tränen, denn Abschied nehmen von neu gewonnenen Freunden macht nun mal wenig Spaß. Aber wir erlebten dort eine wahnsinns Zeit mit unglaublich netten Leuten und so mancher wird sicherlich noch einmal zurück kehren.

Als nächstes fuhren wir nach La Paz, den Regierungssitz Boliviens, und konnten die sonst sehr hektische Stadt an einem verkehrsfreien Tag besichtigen. Von dort befuhren wir die „Ruta de la muerte“, die Todesstraße, mit ausgeliehenen Fahrrädern. Das war Adrenalin und Gaudi pur! Außerdem bestiegen wir den Berg „Chacaltaya“, dessen Gipfel eine Höhe von 5435 m aufweist.

Zu guter Letzt ging es nach Santa Cruz zurück, wobei unsere Pläne für den Dschungel leider durch eine Flugplanänderung aufgrund des Hurricanes „Irma“ zerstört wurden. Stattdessen erlebten wir einen entspannten letzten Tag mit einem schönen Abschiedsessen.

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Wir möchten uns an dieser Stelle beim Bezirksjugendring Oberbayern bedanken, da die Reise durch deren Zuschüsse unterstützt wurde. Außerdem möchten wir uns ganz herzlich beim Verein Cerro Rico bedanken für die ständige Unterstützung und Begleitung vor, während und nach der Reise. Vor allem möchte ich mich bei der Delegation bedanken, denn diese Reise ist nur durch sie so unbeschreiblich großartig geworden. Es gab keinen einzigen Streit, stets gute Laune und ein immerwährendes Zusammenhalten- Vielen Dank!

Zu guter Letzt bereiten wir nun schon die Rückbegegnung mit der neuen bolivianischen Delegation vor. Es wird ein Bezirkswochenende vom 07.09. – 09.0.9.2018 stattfinden.

Wir erwarten die Boli‘s schon und freuen uns riesig auf diese Zeit!

 

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900 Kubikmeter Christbaum müssen raus

Erschienen am 13. Januar 2017 in Allgemein

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Immer über Kopf: Roman Ossner packt seit 18 Jahren bei der Sammelaktion mit an. Da ist der Muskelkater am Tag danach vorprogrammiert.© Hans Kürzl

Puchheim – Man ist froh, wenn man den Christbaum rechtzeitig zum Heiligen Abend bekommen hat. Doch zwei Wochen später muss er in der Regel wieder aus der Wohnung. Puchheims Pfadfinder helfen beim Einsammeln.

„Der Sonntag ist schon von Muskelkater geprägt.“ Roman Ossner weiß was er angepackt hat, wenn er mit den Puchheimer Pfadfindern unterwegs war, um die Christbäume der Stadt einzusammeln. Die Sammelaktion führt der „Stamm Bison Puchheim“ seit knapp drei Jahrzehnten am ersten Samstag nach Dreikönig durch. Gut 30 Helfer von acht bis 30 Jahren waren heuer dabei.

Sich so einen Baum zu schnappen und einfach auf einen Hänger zu werfen, damit ist es nicht getan. „Immer über Kopf heben“, das ist nicht für Ossner angesagt. Aber nur so kann der Baum die zwei bis drei Meter Höhenunterschied zwischen dem Helfer auf der Straße und dem auf dem Hänger einigernmaßen kraftsparend überwunden werden. Oben angekommen, muss der Baum zudem sicher abgestellt werden. „Deshalb dürfen wir auch nicht zu hoch stapeln.“

Doch bevor Ossner und seine Gruppe dazu kommen, müssen sie ein technisches Problem lösen. Bei einem der Traktoren, die von einem Landwirt in Puchheim-Ort zur Verfügung gestellt werden, läuft der Motor nicht rund. Gott sei Dank sind ein paar Maschinenbaustudenten im Team, die feststellen, dass noch Sommerdiesel im Tank ist. Man schafft es bis zur nächsten Tankstelle.

Das Aufsammeln ist gut organisiert. Mirko Gschwindt und Sebastian Pröll als Verantwortliche für Sammelaktionen haben die Stadt in sieben Bezirke aufgeteilt, auch einige Fußgruppen sind unterwegs. Die sammeln unter anderem die oft einzeln an den Straßenrändern abgestellten Bäume auf und sammeln sie für einen Straßenzug zusammen. „Dann müssen die Traktorfahrer nicht wegen jedem Baum anhalten“, erklärt Corinna Schmidtmaier, eine der Stammesvorstände.

Außerdem klappern die Fußgruppen, die in erster Linie von Jugendlichen gebildet und von mindestens einem Erwachsenen begleitet werden, noch die Häuserreihen ab, klingeln. „Die meisten sind freundlich, freuen sich, dass wir ihnen die Arbeit mit dem Christbaum entsorgen abnehmen“, berichtet Schmidtmaier. Manche würden den Helfern sogar einen kleinen Betrag in die Hand drücken, selbst wenn sie keinen Baum haben. „Grantige Menschen, die uns für Bettler halten, gibt es schon. Doch die sind in der Minderzahl“, erzählt Schmidtmaier. In Hochhaussiedlungen klingle man aber nicht, das sei zu zeitaufwändig. in diesen Gebieten gebe es Sammelstellen.

Sie ist froh, dass skeptischen Bürger in der Minderzahl sind. Denn die Christbaumaktion ist, neben der Altkleider- und Altpapiersammlung im Sommer, ein wichtiger Beitrag für den Etat der Pfadfinder. mit der Hälfte des Erlöses finanzieren die Pfadfinder ihre eigene Arbeit, die anderen 50 Prozent gehen heuer an den Verein „Ghana-Freunde Takoradi“, der den Aufbau eines Gesundheitszentrums organisiert. „Wir achten darauf, dass wir Gruppen aus der Region unterstützen“!, so Schmidtmaier. Da könne man den Fluss des Geldes besser nachvollziehen. In diesem Fall kommt hinzu, dass sich ein Mitglied der Pfadfínder für die Ghana-Freunde engagiert.

Auch dafür packt Ossner an, stapelt bis abends Christbäume und fährt mehrmals am Tag mit vollem Hänger die Partywiese hinter dem Haus St. Elisabeth an. Dort lagern am Ende des Tages rund 900 Kubikmeter Christbaum. Die werden dann in der Woche darauf von Mitarbeitern des Landratsamtes abgeholt und zur endgültigen Entsorgung transportiert.

Zum dem Zeitpunkt hat sich Ossner von seinem Muskelkater erholt. „Man muss es einfach im Kreuzu haben“, sagt der 28-jährige . Nächstes Jahr wird er wieder dabei sein. Wie auch der drei Jahre ältere Matthias Uhl. Der packt nicht mehr bei den Bäumen an, schiebt aber Küchendienst. „Was warmes ist immer angenehm“, sagt er Blick auf das Thermeter, das minus zehn Grad anzeigt. Organisator Gschwindt weiß das zu schätzen. „Jeder ist wichtig.“ Alle würden beitragen, dass die gute Tat gelingt.

Von Hans Kürzl

Quelle: https://www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/puchheim-ort29319/900-kubikmeter-christbaum-muessen-raus-7208710.html

Rovercafe

Erschienen am 19. November 2016 in Allgemein

Am 11.11.16 gab es seit langen Mal wieder ein Rover Cafe in Romero.

Es war ein voller Erfolg!!! Bis zum 9.12.16 in Fürstenfeld Bruck.

Wir freuen uns schon!!